Programm

Wir pausieren seit November 2020. Fortsetzung folgt. Sobald es weitergeht informieren wir Sie so schnell wie möglich und wünschen Ihnen bis dahin alles Gute. Nachfolgend sehen Sie einige der Programme, die wir für Sie vorbereiten. Alle bisherigen Programme finden Sie im Menüpunkt „Archiv“.

GEPLANTE PROGRAMME – noch ohne Termin:

Die Jahre im ZooLesung mit Durs Grünbein

Kleine Hymnen – improvisierte und zeitgenössische musikalische Miniaturen

mit Anna Katharina Schumann und Thomas Friedlaender (Zinken, Hörner und Trompeten)

Die bereits zwei Mal pandemiebedingt verschobene Lesung steht in der Reihe einiger bereits im Rahmen von OFFENES PALAIS präsentierter zeitgenössischer Schriftsteller. Nach den Auftritten von Thomas Rosenlöcher und Christian Lehnert planen wir den Auftritt des mehrfach ausgezeichneten Dichters Durs Grünbein.

Zum Inhalt der Lesung: Hellerau, die Gartenstadt am Rande Dresdens, zu Beginn des 20. Jahrhunderts Station für Kafka, Rilke, Benn und viele andere, wird für Durs Grünbein zu einer Stätte von prägender Kraft für den eigenen Lebensweg. Von hier aus geht es hinein in das Jahrhundert: Die Schicksale der Vorfahren väter- und mütterlicherseits ebenso wie das ihm überlieferte Trauma der Zerstörung Dresdens sind Erzählungen, die tief in den Kreis seiner eigenen Erfahrungen eindringen. Über das atmosphärisch dichte Erlebnis der heimatlichen Brachen und der russischen Besatzung öffnet sich in dieser äußersten Ecke des östlichen Deutschland ein konkreter Raum des Erinnerns. So entsteht das Bild seiner Kindheit – am Rand der Geschichte in den langen Sommern des Kalten Krieges. Freundschaften und frühes Leid, schulische Erfahrungen und erste Lektüren, Lieblingsspielzeuge, Träume, Phantasien und Phantasmen entfalten sich in einem farbenreichen Kaleidoskop aus autobiographischer Prosa, Poemen, Reflexionen und, nicht zuletzt, vielen Funden aus der reichen Bildersammlung des Dichters.

Durs Grünbein wurde 1962 in Dresden geboren. Er lebt und arbeitet als Dichter, Übersetzer und Essayist in Berlin und Rom. Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs führten ihn Reisen durch Europa, nach Südostasien und in die Vereinigten Staaten. Er war Gast des German Department der New York University und der Villa Aurora in Los Angeles. Für sein Werk erhielt er mehrere Preise, darunter den Peter-Huchel-Preis, den Georg-Büchner-Preis, den Literaturpreis der Osterfestspiele Salzburg 2000, den Friedrich Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt 2004 und den Berliner Literaturpreis der Preußischen Seehandlung verbunden mit der Heiner-Müller-Professur 2006. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

„Von Herzens-Trost und Seelen-Heil“

Psalmvertonungen und Kantaten aus Mitteldeutschland u.a. von Johann Schelle, David Pohle, Johann Kuhnau und Gottfried Heinrich Stölzel

David Erler – Konzept und Gesang (Altus), vier Streicher (zwei Geigen + zwei Gamben) und B.c. mit Fagott, Laute und Streichbass, Sebastian Knebel – Orgel und Leitung

Johann Sebastian Bach: die Goldbergvariationen

Ein Cembalo-Recital mit Jan Katzschke

Jan Katzschke (geb. 1972 im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge) studierte Cembalo und Kirchenmusik in Hannover bei Lajos Rovatkay, Hans Christoph Becker-Foss und Heinz Hennig. Im Rahmen einer ersten hauptamtlichen Kantorenstelle im Erzgebirge initiierte und begleitete er die Restaurierung der historischen Oehme-Orgel (1788) Zethau. Anschließend begann er im sächsischen Freiberg seine freischaffende Konzerttätigkeit, danach lebte er im Südschwarzwald und betrieb weitere Studien bei Robert Hill. Zuletzt leitete er als Kantor am Dresdner Diakonissenhaus fast 13 Jahre lang eine umfangreiche liturgische Arbeit u.a. mit monatlichen Bach-Kantaten und zahlreichen Oratorienaufführungen. Heute pendelt er zwischen seiner niedersächsischen Heimat und Sachsen und konzertiert international als Organist, Cembalist und Kammermusiker. Seine CD-Aufnahmen sind teilweise preisgekrönt, so wurde etwa seine Einspielung der Cembalowerke von Matthias Weckmann mit dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnet. Im Zentrum seiner Arbeit steht das Schaffen J.S. Bachs, das er dem Publikum auch in Werkeinführungen erschließt. Mit seinem Ensemble Corona harmonica erarbeitet er sächsische Musik infolge der Reformation. Mit Konzerten, Exkursionen, Symposien, Vorträgen, Noteneditionen und Textpublikationen widmet er sich der der Erforschung und Vermittlung der mitteldeutschen Kirchenmusik, der sächsischen Orgellandschaft und des historischen Clavierbaus. Er ist Präsidiumsmitglied der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft Freiberg, 2017 war er Jurymitglied des Internationalen Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerbes. In Dresden lehrt er als Dozent der Hochschule für Kirchenmusik im Hauptfach Orgel, in Niedersachsen gründete er mit dem Kammerchor Neustädter Land und der Internationalen Orgelnacht Mandelsloh anspruchsvolle Musikprojekte auf dem Lande. Der lettische Komponist Rihards Dubra widmete ihm mehrere Werke.

»Luce« – Werke aus dem Carlo G. Manuskript sowie von Georg Friedrich Händel, Franz Schubert und Eva Sindichakis

Franz Vitzthum – Countertenor, Johanna Seitz – Harfe, Elisabeth Seitz – Psalterio

Nicht umsonst prägen das Licht (ital. »Luce«) und seine vielfältigen Symbole seit jeher die Kulturgeschichte des Menschen – denn Leben ohne Licht ist undenkbar. Das Thema Licht ist von zentraler Bedeutung in Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Religion; es ist auch und bis heute eine Quelle der Inspiration für Komponisten aller Stilepochen und Kontinente. Der Countertenor Franz Vitzthum hat zusammen mit den in der Alten-Musik-Szene heiß begehrten Schwestern Elisabeth und Johanna Seitz epochen- und genreübergreifend Werke für eine »erhellende« Stunde zusammengestellt. Für seine glockenreine Stimme wird Vitzthum weithin enthusiastisch gefeiert – sicher auch im Palais Großer Garten!

KI KOLECH AREV – IL DOLCE SUONOjüdische und weltliche Musik aus dem spätmittelalterlichen Italien

Doron Schleifer (Basel) – Gesang (Sopranus, Altus) und Corina Marti (Basel) –  Clavisimbalum, Blockflöten

Italienische polyphone Musik des vierzehnten Jahrhunderts wurde mit einem „schillernden Meteor“ verglichen der plötzlich vor einem dunklen Hintergrund in Flammen aufging und dessen Feuerwerk genauso plötzlich verschwand.

Auf Grund der erhaltenen Musik erweist sich das republikanische Florenz als eine der wichtigsten Städte im mittelalterlichen Italien, das Mitte des 14. Jahrhunderts an Bedeutung gewann – mit seinem ganz eigenen Musik- und Textstil (Boccaccio, Soldanieri u.a.) in den Kompositionen von Francesco Landini, Gherardello da Firenze, Don Paolo da Firenze, Laurentius da Firenze und Jacopo da Bologna, um nur einige zu nennen.

In diesem Programm möchten wir die Dichotomie zwischen den beiden verschiedenen – aber immer noch verbundenen – Welten präsentieren: jene der vielen jüdischen Musiker und Tanzmeister, die zu dieser Zeit in Italien lebten. Neben der aufwändigen polyphonen Musik und den auffälligen Tänzen, die sie spielten, sangen, tanzten und unterrichteten, hatten sie auch eine parallele Musikwelt – die der Synagoge und ihrer besonderen Musik, mit einigen der schönsten Piyutim, von Achot Ketanah für die Hohen Feiertage bis Maoz Tzur für Chanukka, die wir in Italien finden können, wobei jedes von ihnen eine eigene italienische Version hat, denn einige dieser Melodien finden wir auch in der weltlichen Musik der gleichen Ära.

“I’ mi son un che per le frasche andando, Vo’ pur cercando dilettosi fiori, per far girlanda a mi de novi odori”. (Ich bin einer, der auf dem Land wandert und immer auf der Suche nach herrlichen Blumen ist, mit denen man Girlanden aus neuen Düften machen kann.)

Von Bingen nach Bagdad – die Musik der Hildegard von Bingen im Dialog mit der orientalischen Welt

Maria Jonas (Köln) – Gesang, Shutibox

Bassem Hawar – Djoze (irakische Fidel)

Thomas Friedlaender – Schlagwerk, Glocken

Unsere westliche Musik stammt ebenso aus dem Mittelmeerraum wie die orientalische, was in den ältesten Gregorianischen Gesängen auch durchaus noch hörbar ist. Und so wird unsere Musik des Mittelalters eine Brücke zur orientalischen Musik. Es entsteht ein Dialog zwischen den Kulturen, Vergangenheit und Gegenwart.

 

 

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