Programm

218. Veranstaltung: Freitag, 28. August 2020, 14:30 und 19:30 Uhr, Palais Großer Garten, Mittelhalle

Mittelhalle – eine Raummusik für Laute, Zink und Schlagwerk

Werke von Josquin des Près, Ludwig Senfl, Orlando di Lasso, Jaques Arcadelt u.a.

Andreas Arend – Laute, Thomas Friedlaender – Zink und Schlagwerk

Laut ist sie ja nicht, die Laute. Dafür hat sie aber eine einzigartige, feinsinnige Musik hervorgebracht. Im Mittelalter nach Europa eingeführt, schwingt sich die Lautenmusik in der Renaissance oder frühen Neuzeit zum Höhenflug auf. Ihre Blüte markiert den Beginn der reinen Instrumentalmusik in Europa. Auf dieses Repertoire zielt das Programm ab. 

Andreas Arends Interpretationen der Intavolierungen von geistlichen Motetten, weltlichen Chansons, Madrigalen und Liedern, Fantasien und Tänze verzaubern besonders, wenn man sie in entsprechend charismatischen Räumen erlebt. Ort und Zeit des Jetzt durchdringen sich mit denen vergangender Zeiten, und wenn das Ohr sich auf diese Verschmelzung konzentriert, scheint die leise Laute im Klang zu wachsen.

Thomas Friedlaender inszeniert sie zudem akustisch, wenn er punktuell, oder im Duo mit dem Lautenisten, alte Musik spielend, aber überwiegend frei improvisierend, die klanglichen Möglichkeiten der Mittelhalle des Palais Großer Garten auslotet. So entsteht im Wechsel- und Zusammenspiel der beiden Musiker mit dem Raum ein beinahe traumartiges musikalisches Gebilde. Es birgt kostbare Hörerlebnisse für Kenner wie Laien, vom tranceerzeugenden Lautenspiel über die Klänge der Rahmentrommeln bis zum Gesang des Zinken. Man hört Vokalmusiken der berühmtesten Komponisten ihrer Zeit, wie etwa Josquin des Près oder Orlando di Lasso. Von damals beinahe ebenso berühmten Meistern der Lautenkunst wurden sie intavoliert, das heisst für das Instrument arrangiert und dabei „coloriert“ – mit virtuosen Verzierungen durchsetzt. Die Verzierungstechnik hat man auch auf Melodiesintrumente wie den Zink angewandt. Das Schlagwerk setzt dazu Akzente in mannigfachen Farben und Stärken. Das Palais Großer Garten zeigt sich in der stimmungsvollen Mittelhalle dafür erneut als flexibler Veranstaltungsort.

219. Veranstaltung: Sonnabend, 12. September 2020, 15 Uhr

unter freiem Himmel im Kirchhof der Christophorus-Kirche Dresden-Wilschdorf

„OFFENES PALAIS unterwegs“

Präsentation des ältesten (mittelalterlichen) Glockengeläutes in Dresden

mit Kirchvorsteher Ricardo Hähnel

„Sei nun wieder zufrieden meine Seele“

Konzert mit Stefan Kunath – Altus, Jan Katzschke – Orgelpositiv und Regal

Werke aus dem späten Mittelalter, Renaissance und Frühbarock

weitere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt „Unterwegs“

220. Veranstaltung: Dienstag, 6. Oktober 2020, 14:30 und 19:30 Uhr, Palais Großer Garten

in Kooperation mit dem HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST

Stylus Fantasticus – Eine Huldigung der musikalischen Phantasie 

Werke von Alessandro Stradella, Giovanni Antonio Pandolfi Mealli, Antonio Bertali, Johann Heinrich Schmelzer, Dietrich Buxtehude und John Jenkins

Ensemble Stylus Fantasticus: Rie Kimura, Violine; Robert Smith, Viola da gamba; Pieter-Jan Belder, Cembalo

„Der Stylus phantasticus ist die Kompositionsmethode mit der größten Freiheit, schöpferisches Talent zu entfalten, frei von Beschränkungen durch Text oder festgelegte Harmonien. Musikalische Formen dieser Gattung sind Phantasien, Ricercaren, Toccaten und Sonaten.“ – So versuchte der deutsche Universalgelehrte Athanasius Kircher in seiner umfassenden Abhandlung Musurgia universale von 1650 jenen phantastisch-fantastischen modernen Stil in der Instrumentalmusik seiner Zeit in Worte zu fassen. Wenn nun das auf historischen Instrumenten musizierende Ensemble Fantasticus aufspielt, so gleicht dies einem „fantastischen“ Schöpfungsakt, der jahrhundertealter Musik eine Unmittelbarkeit und Relevanz für die heutigen Hörer verleiht, die einfach nur begeistert. Vielleicht liegt das Geheimnis darin, dass die drei von Fantasticus fest daran glauben, zusammen mit ihrem Publikum jedes Konzert zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise machen zu können, über höchste Gipfel an Intensität und Intimität hinweg. Die Lust, Geschichten zu erzählen, paart sich dabei mit einer ausgezeichneten Beherrschung ihrer Instrumente und einer großen Vertrautheit mit eben dem – Stylus phantasticus.

Änderungen sind nicht beabsichtigt aber vorbehalten!

 

 

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