Programm

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Folgende Veranstaltungen fallen aus:

230. Veranstaltung: Freitag, 10. Dezember 2021, 14:30 und 19:30 Uhr

„Fürchtet Euch nicht“

Adventskonzerte zur geistigen und seelischen Erbauung in schweren Zeiten im Festsaal mit barocken Weihnachtskantaten und Adventsmusiken, u.a. von Philipp Heinrich Erlebach (1657 – 1714), Christian August Jacobi (1688 – nach 1725), Antonio Vivaldi (1678 – 1741) und Jan Dismas Zelenka 1679 – 1745).

Isabel Schicketanz – Sopran, Stefan Kunath – Alt, Stephan Scherpe – Tenor, Martin Schicketanz – Bass; Anne Schumann – Konzertmeisterin und Konzeption; Franziska Jacknau und Thomas Friedlaender – Trompete; NN – Pauken; Anke Strobel – Violine; Uwe Ulbrich – Violine, Viola; Klaus Voigt – Viola; Uta Büchner – Violoncello; Carsten Hundt – Violone; Hildegard Saretz – Cembalo.

Programm

Christian August Jacobi (1688 – nach 1725) – „Der Himmel steht uns wieder offen“ Kantate für Tenor, zwei Trompeten, Streicher, B.c.

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)- Pifa aus dem Messias

Antonio Vivaldi (1678 – 1741) Il Riposo – Concerto für Violine und Streicher Allegro – Adagio – Allegro

Dismas Zelenka (1679-1745) Laudate pueri Dominum Psalm 112 für Tenor, Trompete, Streicher und B.c.

Philipp Heinrich Erlebach (1657 – 1714) aus Ouverture II: Entrée – Ballet – Sarabande– Chaconne

Philipp Heinrich Erlebach „Fürchtet Euch nicht“ – Kantate zum 1. Weihnachtstag für Sopran, Alt, Tenor, Bass, zwei Trompeten, Pauke, zwei Violinen, zwei Violen, B.c.

Noch nicht offiziell abgesagt:

231. Veranstaltung: Sonntag, 13. Februar 2022, OFFENES PALAIS unterwegs, Dreikönigskirche Dresden (Uhrzeiten und weitere Details werden noch bekannt gegeben)

„Totentänze – Lieder von Liebe und Tod“

Zum Gedenktag der Bombardierung Dresdens unter Einbeziehung des Totentanz-Reliefs von 1534, u.a. von Viktor Ullmann (1898 – 1944) – 12 Stücke aus der Dichtung Rainer Maria Rilkes (1845 – 1926): DIE WEISE VON LIEBE UND TOD DES CORNETS CHRISTOPH RILKE

Martin Schmeding – Orgel, N.N – Gesang

Viktor Ullmann war ein österreichischer Komponist, Dirigent und Komponist. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke ist offenbar das letzte von ihm im Konzentrationslager Theresienstadt skizzierte Werk. Anders als bei den aus den Klaviersonaten 5 und 7 erwachsenden zwei Sinfonien hatte Ullmann hier zunächst offenkundig an ein Orchester-Melodram gedacht, erst später erfolgte der Zusatz „für Sprecher und Orchester oder Klavier“. In dieser Form ist das Werk offenbar mehrmals in Theresienstadt aufgeführt worden. Lediglich das erste Musikstück hat Ullmann selbst orchestriert, die Grundzüge der Orchestration in dem nur schwer entzifferbaren Manuskript jedoch ausführlich eingetragen. 

Aus der Prosadichtung von Rainer Maria Rilke wählte Ullmann in sensibler Verknappung der Handlung 12 Abschnitte. Bis auf die Eliminierung einiger ohne die Rahmenhandlung unverständlicher, sich auf die Rosenblatt-Episode beziehender Sätze sind die übernommenen Texte ungekürzt. Nach einer Anweisung Ullmanns im Autograph gibt die angegebene Textverteilung über den Noten nur das „ungefähre Zusammentreffen“ wieder.

232. Veranstaltung: Sonnabend, 5. März 2022: OFFENES PALAIS unterwegs, Loschwitzer Kirche

(Uhrzeiten und weitere Details werden noch bekannt gegeben)

„Von Herzens-Trost und Seelen-Heil“

Psalmvertonungen und Kantaten aus Mitteldeutschland u.a. von Johann Schelle, David Pohle, Johann Kuhnau und Gottfried Heinrich Stölzel

David Erler – Konzept und Gesang (Altus), vier Streicher (zwei Geigen + zwei Gamben) und B.c. mit Fagott, Laute und Streichbass, Sebastian Knebel – Orgel und Leitung

Das Erzgebirge – seit 2019 als Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří UNESCO-Weltkulturerbe – war jahrhundertelang vom Reichtum geprägt, der aus den bedeutenden Bodenschätzen resultierte. Der Bergbau florierte ebenso wie der Handel, beides legte den entscheidenden Grundstock für den Wohlstand des Kurfürstentums Sachsen, und auch das öffentliche Leben tat sich gern mit Glanz und Gloria hervor. Davon zeugen noch immer die prächtigen Bauwerke beispielsweise in der Silberstadt Freiberg. Ein eher immaterieller Reichtum gerät dabei jedoch mitunter in Vergessenheit: Die Wiege einer ganzen Reihe bedeutender Komponisten befand sich ebenfalls im Erzgebirge; Komponisten, die später wichtige Ämter an bedeutenden Höfen bzw. Kirchen im ganzen Land bekleideten. Einige dieser Komponisten vereint das vorliegende Programm.

Ebenso vielfältig wie diese Lebensläufe ist auch die Musiksprache dieser mitteldeutscher Komponisten, der Reichtum ihrer Ausdrucksmöglichkeiten. Das vorliegende Programm vereint Psalmvertonungen, die noch ganz den Geist des Geistlichen Concerts 17. Jahrhunderts atmen, mit „modernen“ Kantaten, die den im 18. Jahrhundert weit verbreiteten Wechsel aus Arien und Rezitativen in der Form der spätbarocken Kantate abbilden und geistliche Prosatexte vertonen. Anschaulich nachvollziehbar wird dadurch die Entwicklung, die die Musik von der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nahm, und die dann in den Meisterwerken Johann Sebastian Bachs und dessen „Urtypus“ der Kantate kulminierte.

Exemplarisch zeigen das die beiden Psalmvertonungen „Wohl dem, der den Herren fürchtet“ von Johann Schelle sowie „Ich hebe meine Augen auf“ von Johann Kuhnau. Beide Werke weisen eine Reihungsform auf, sie sind gewissermaßen entlang des Psalmtextes durchkomponiert. Und doch finden sich in Kuhnaus Komposition mehrere rezitativische Abschnitte, die in Schelles Vocal-Concerto völlig fehlen. Schelles Werk ist verhältnismäßig kleinteilig angelegt, er verharrt lediglich an ausgewählten wichtigen Wort(grupp)en. Kuhnau hingegen formt aus einzelnen Versen bereits echte spätbarocke Arien, und auch die Wort-Ton-Beziehung ist bei ihm wesentlich augenfälliger und unmittelbarer erlebbar. Bemerkenswert ist zudem die Weiterentwicklung sowohl des Umfangs als auch der Virtuosität der Singstimme.

David Pohles Geistliche Konzerte, die chronologisch frühesten Werke des Programms, ähneln sich einander formal. Nach dem Dictum zum Eingang (auf einen Psalmtext in „Herr, wenn ich nur dich habe“, auf einen Hymnus des Kirchenvaters Augustinus in „Jesu chare“) folgt jeweils eine dreistrophige Aria auf einen betrachtenden Prosa- bzw. Hymnustext (und jeweils zur selben Musik), die gefolgt wird vom vierten Aria-Vers in freier Komposition. Beschlossen werden beide Werke mit einem virtuosen „Amen“.
Die Kantate Gottfried Heinrich Stölzels ist die modernste der hier erklingenden Kantaten. Zum einzigen Mal begegnen uns hier wirkliche spätbarocke Rezitative (secco und accompagnato), alle drei Arien weisen die aus Italien übernommene moderen „Da Capo“-Form auf. Außergewöhnlich ist zudem die Besetzung mit nur einer Violine und einer Viola, diese bilden gemeinsam mit dem Sängersolisten abschnittsweise beinahe eine Triosonaten-Besetzung nach.

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weitere durch die Pandemie mehrfach verhinderte Programme:

Von Bingen nach Bagdad
Die Musik der Hildegard von Bingen im Dialog mit der orientalischen Welt

Maria Jonas (Köln) – Gesang, Shutibox
Bassem Hawar – Djoze (irakische Fidel)
Thomas Friedlaender – Schlagwerk, Glocken

O cruor sanguinis – Hildegard von Bingen
Die Musik Hildegards und die des Orients scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben. Doch stammt unsere westliche Musik auf der Gregorianik ebenso aus dem Mittelmeerraum wie die orientalische, d.h. sie haben die gleichen Wurzeln, was in den ältesten Gregorianischen Gesängen auch durchaus noch hörbar ist. Dieser Musik zugrunde liegen Skalen: die Modi im Westen und Makams im Osten. Aus ihnen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die Dur- und Molltonarten. Zur Zeit Hildegards waren in unseren Breiten noch die Modi und das einstimmige Singen üblich. Der Westen entschied sich später jedoch für einen anderen Weg: die Polyphonie. Der Orient dagegen blieb beim „cantus planus“ und verfeinerte ihn über die Jahrhunderte. Es entstanden komplizierte Skalen mit Achtel, Siebenachtel und Vierteltönen.


Hildegard (1098-1179) von Bingen war eine der außergewöhnlichsten Frauen ihrer Zeit. Die rheinische Äbtissin schrieb eine Unmenge an Werken, die sich mit Fragen der Theologie, mit ihren eigenen Visionen, mit der Musik, der Natur und der Medizin befassten. Hildegard war die erste deutsche Naturforscherin, die erste schreibende Ärztin und Heilerin, Komponistin, Malerin, Theologin und Äbtissin der von ihr gegründeten benediktinischen Klöster am Rhein. Als geistige Führerin ihrer Zeit erteilte sie Päpsten und Kaisern Rat und Weisung und scheute auch nicht die Kritik an deren Entscheidungen. „Prophetissa teutonica“ hat man sie schon zu Lebzeiten genannt, eine Sybille vom Rhein. Hildegards kompositorische Fähigkeiten – Schöpfungen aus ihren Visionen – waren seit den späten 1140er Jahren bekannt. Im 12. Jahrhundert, einer Zeit, in der die meisten Werke von anonymen Autoren stammen, hinterließ Hildegard den größten Bestand eindeutig zuschreibbarer Musik: liturgische Gesänge, die in der Klostergemeinschaft Teil des täglichen Stundengebetes waren und die später unter dem Titel „Symphonia armoniae celestium revelationum“ (Symphonie der Harmonie himmlischer Offenbarung) zu einem Zyklus zusammengefasst wurden.

Im Gesang erkennt Hildegard eine Möglichkeit, die seelischen und emotionalen Kräfte des Menschen zu wecken und auf sie einzuwirken, denn die Seele des Menschen ist nach göttlichem Abbild klingend gestaltet und damit „symphonisch“ gestimmt. Sie ist Abbild des gewaltigen Kosmos, einer „musica mundana“, der Harmonie aller Sphären: „Und so hat jedes Element seinen eigenen Klang, einen Urklang aus der Ordnung Gottes.“ Auch des Menschen Seele hat „tief in sich diesen schön geordneten Urklang, und sie ist selber die Melodie des so schönen Klanges“. Hildegard nun steht mit ihren Kompostionen im 12. Jahrhundert genau an dem europäischen Scheidepunkt zur Mehrstimmigkeit: sie ist eine der letzten, die im Cantus Planus komponierten, ihn verfeinerte, erweiterte, neue Klangräume suchte und fand. Sie experimentierte mit den Mittel ihrer Zeit. Hier könnte man sich auch eine europäische Entwicklung vorstellen hin zu ähnlichen Skalen, wie wir sie heute noch in der orientalischen Musik finden.
So wird die Musik des Mittelalters eine Brücke zur orientalischen Musik. Es entsteht dabei ein Dialog nicht nur zwischen den Kulturen sondern auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart.


 

OFFENES PALAIS unterwegs im Großen Garten

Mit der Parkbahn nach Palermo

Noemi la Terra – Gesang; Ensemble WIRBELEY: Anna Katharina, Cornelia und Georg Arthur Schumann, Eike Geier-Tautenhahn und Michael Sapp – Akkordeon, Flügelhorn, Waldhorn, Trompete, Stiller Zink, Blockflöten, Schalmei, Perkussion, Gesang

„Das Ensemble WIRBELEY lädt ein in den Großen Garten zu einem Rendezvous mit der temperamentvollen deutsch-sizilianischen Sängerin NOEMI LA TERRA. Wir laden ein zu zwei Konzerten unter freiem Himmel“ – so wurde es auf diesen Seiten für den 13. Mai 2021 angekündigt. Das Programm konnte nicht realisiert werden – wir bemühen uns um einen Ersatztermin im Frühjahr 2022.

NOEMI LA TERRA sang bereits 2009 zur 100. Veranstaltung der Reihe OFFENES PALAIS . Sie wuchs in Deutschland auf, entstammt einer sizilianischen Familie und studierte nach dem Abitur u. a. Jazzgesang an der Dresdner Musikhochschule bei Céline Rudolph und Alte Musik bei Ludger Rémy, gefolgt von einem Masterstudiengang an der Folkwang Universität in Essen mit „Musik des Mittelalters“. Zahlreiche Meisterkurse, u. a. bei Benjamin Bagby, Anne Azéma, Monica Mauch und Marco Beasley ergänzten ihr Studium. Noemi sammelte Erfahrungen im Bereich von Gospel, Neuer Musik, Improvisation, traditioneller süditalienischer und arabischer Musik sowie als Mezzosopran in der Alten Musik mit ihren eigenen Projekten und bei renommierten Ensembles wie „Sarband“ (Ltg. Vladimir Ivanoff) und „Ars Choralis Coeln“ (Ltg. Maria Jonas). Zahlreiche Gastspiele führten Noemi La Terra durch Deutschland, Europa bis nach China und New York. 2014 CD-Veröffentlichung der CD „La voce della Passione“ (Raumklang). Projekte und Programme: „Donnafugata“ (Alte Musik), „Zágara“ (Jazz und sizilianische Folklore), „Canti del mare e della terra“ (Sizilianische Weisen und Geschichten), Auftritte als Cantastorie (Geschichtensängerin mit Liedern der Trobadors und Laude aus Florenz und Cortona). 2017 Gründung der Frauenschola „Cantica Sibyllarum“ (mit „Musik auf dem Weg nach Compostela“ und Stücken von Hildegard von Bingen).


 

„Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ – barocke Programmmusik aus Österreich, Deutschland und Italien von Johann Jakob Walter, Marco Uccellini, Johann Heinrich Schmelzer u.a.

Chursächsische Capelle Leipzig: Anne Schumann und Dorothea Vogel – Barockviolinen, Klaus Voigt – Viola da Spalla, Petra Burmann – Gitarre/Theorbe

Das nachfolgend beschriebene Programm wurde auf diesen Seiten für den 16. Mai 2021 angekündigt. Das Programm konnte nicht realisiert werden – wir bemühen uns um einen Ersatztermin: „Der Frühling lockt die Chursächsische Capelle Leipzig in den Großen Garten. Wir laden ein unter freiem Himmel im Freiluftpuppentheater Sonnenhäusel in den vorhandenen Bankreihen Platz zu nehmen – denn wo könnte es schöner für dieses musikalische Treffen sein als am Sonnenhäusel im Park? Doch Vorsicht, das alte Sprichwort sagt: Kräht der Gockel auf dem Mist, so ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie’s ist! Das Publikum sollte sich für alle Wetterlagen wappnen (Der Hahn wird bestimmt zu hören sein!). Wetterbedingt wird deshalb freundlich um eigene Regencapes (statt Regenschirmen) und eigene Sitzkissen gebeten. Das Ensemble tritt in einen Wettstreit mit der zwitschernden Vogelschar, die im Mai im Großen Garten ihre lustigen Lieder anstimmt. Dabei treffen sich die besten Geiger aus Europa: Allen voran der Virtuose Johann Jakob Walter aus Dresden, des Weiteren der einfallsreiche Johann Heinrich Schmelzer aus Österreich und außerdem der feurige Marco Uccellini aus Italien, selbst den Namen der Vögelchen tragend – Uccellini…“

Die Chursächsische Capelle Leipzig gründete sich 1994, um auf historischen Instrumenten hauptsächlich vergessene Werke der Barockmusik aufzuführen. Im Stile der alten Hofkapellen wechselt das Ensemble je nach Programm die Besetzung. Hauptwirkungsstätte der Capelle ist das Schloß Schönefeld in Leipzig. Dort stellt das Ensemble im Rahmen der „Schönefeld Schloßkonzerte“ dem Publikum ausgewählte Programme vor. Höhepunkt bildet dabei das alljährliche Sommerfest, wo draußen um das Schloss herum musiziert und gefeiert wird. Die Chursächsische Capelle Leipzig ist regelmäßig im Bosehaus Leipzig, im Händelhaus Halle/S. und bereits mehrfach in der Reihe OFFENES PALAIS zu Gast gewesen. Auch zählen Konzerte beim MDR-Musiksommer, beim Bachfest Leipzig, dem Uckermärkischen Msuiksommer oder bei den Magdeburger Sonntagsmusiken zum Konzertkalender des Ensembles. Seit 1996 nahm die Chursächsische Capelle Leipzig viele CD auf, beginnend mit Ludger Rémy die CD „Kammermusik der Bach-Familie“ und u.a. eine Aufnahme mit Thüringer Kantaten. www.barockmusik-in-leipzig.de


 

»Luce« – Werke aus dem Carlo G. Manuskript sowie von Georg Friedrich Händel, Franz Schubert und Eva Sindichakis

Franz Vitzthum – Countertenor, Johanna Seitz – Harfe, Elisabeth Seitz – Psalterio

Nicht umsonst prägen das Licht (ital. »Luce«) und seine vielfältigen Symbole seit jeher die Kulturgeschichte des Menschen – denn Leben ohne Licht ist undenkbar. Das Thema Licht ist von zentraler Bedeutung in Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Religion; es ist auch und bis heute eine Quelle der Inspiration für Komponisten aller Stilepochen und Kontinente. Der Countertenor Franz Vitzthum hat zusammen mit den in der Alten-Musik-Szene heiß begehrten Schwestern Elisabeth und Johanna Seitz epochen- und genreübergreifend Werke für eine »erhellende« Stunde zusammengestellt. Für seine glockenreine Stimme wird Vitzthum weithin enthusiastisch gefeiert – sicher auch im Palais Großer Garten!

Von Musik und Macht oder die Kunst des Kanons. Johann Sebastian Bach: ein Musikalisches Opfer, BWV 1079.


Anne Freitag – Traversflöte, N.N. – Violine, Martin Jungnickel – Violoncello, Jan Katzschke – Cembalo, Werkeinführung

Die Entstehungsgeschichte des „Musikalischen Opfers“ wie Forkel sie uns schildert ist schnell zusammengefaßt: Der 63jährige Bach besucht Potsdam, wo sein Sohn Carl Philipp Emanuel am Hof des Preußenkönigs Friedrichs des Großen wirkt. Der musikerfahrene König fordert Bach mit einem komplizierten Fugenthema zu einer Improvisation heraus, offenbar um ihn vorzuführen. Bach erstaunt die Anwesenden daraufhin mit seinem Können und besteht seine Prüfung glanzvoll. Doch damit nicht genug: Im Nachhinein arbeitet er das königliche Thema zu einem hochkomplexen Werk der Kammermusik aus. Ein Musikalisches Opfer, sozusagen Bachs „Kunst des Kanons“, steckt bis heute voller Rätsel und bringt den stolzen König und uns auf subtile Weise an die Grenzen des menschlichen Verstehens. Die Zuhörenden in dieses atemberaubende Geschehen mit hinein zu nehmen, ohne dabei zu belehren, ist Ziel der praktischen Neueinrichtung des „Musikalischen Opfers“ durch Jan Katzschke. Bachs Meisterwerk wird dem Publikum unmittelbar sinnlich erfahrbar als Studie der Unendlichkeit und als hintersinnige Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Musik und Macht.