Nutzung

unserer Erfahrungen

Das Palais ist längst als Schlüsselbau des sächsischen Barock, Zentrum eines fürstlichen Gartenkonzeptes und Ort rauschender Festlichkeiten bekannt. Umfassende bauarchäologische Untersuchungen und Quellenforschungen vermochten das gängige Bild jedoch in wesentlichen Punkten zu ergänzen und auch zu korrigieren. Genaue Beobachtungen lieferten Belege für einen faszinierenden Bauprozess mit zahlreichen Planänderungen, die letztlich auch neue Erkenntnisse zu Raumkonzept, Nutzung und zeitgenössischem Verständnis von Architektur und Ausstattung ermöglichen.

Wir verweisen mit über 215 doppelten Veranstaltungen innerhalb von 20 Jahren auf unsere künstlerischen und logistischen Erfahrungen – niemand sonst kennt das Palais Großer Garten aus der Nutzungsperspektive heraus so genau wie wir.

Unserer Meinung nach sollte die angestrebte denkmalpflegerische Wiederherstellung des Festsaales auf der Grundlage der bauarchäologischen Forschungen mit größtmöglicher Zurückhaltung und hochsensiebel eine „edle“ denkmalgerechte Fassung zum Ziel haben, wodurch der festliche Charakter des Saales wieder erlebbar ist, zugleich die Wunden des Krieges sichtbar bleiben und zudem die Möglichkeiten einer angemessen wirtschaftliche Nutzung miteinander versöhnt sind. In der Festsaaletage werden dann u.a. die noch zugemauerten Musikerfenster über den seitlichen Arkaden wieder geöffnet, was Konsequenzen für das Nutzungskonzept des gesamten Gebäudes und insbesondere des Mezanin-Geschosses hat. Unabdingbar ist die Einrichtung einer angemessenen Künstlergarderobe in der Festsaaletage.

Die Vielfalt des Baus zeigt sich nicht nur an der prachtvollen Fassade und in der Festsaaletage sondern auch im Erdgeschoss, in welchem die Veranstaltungsreihe überwiegend stattfindet: zwei sich herrlich zum Garten öffnende Langsäle auf der Nord- und der Südseite (110 qm), jeweils mit zwei seitlich zugeordneten Eckkabinetten, sind durch die sogenannte Mittelhalle (320 qm) verbunden, die sich in ihrem Erscheinungsbild und ihrer „sakralen“ Akustik von den anderen Räumen grundsätzlich unterscheidet. Die Raumfolgen bieten somit vielfältige und flexible Nutzungsmöglichkeiten.

Das Palais sollte idealerweise in den beiden Hauptetagen ein offenes, flexibel nutzbares Gebäude bleiben – ohne zerstörende Eingriffe in die original überkommene Bausubstanz; ohne starre, fest installierte Publikums-Garderoben und Möblierung; ohne modische Glaswände; ohne Dauer-Gastronomie mit Lagerräumen, Küchentrakt und zusätzlichen Verkehr oder gar eine Tiefgarage am Palais – derartige Überlegungen sind jüngst geäußert worden und müssen als unangemessen zurückgewiesen werden!

OFFENES PALAIS ist nicht nur der Name der Veranstaltungsreihe sondern Ausdruck eines demutsvollen Umgangs mit dem wertvollen Bau.

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