Historie

Beginn

„Als im Jahr 2000 Pläne bekannt wurden, die großen Räume des Palais im Großen Garten für Museumszwecke zu zerteilen, setzten der Musiker Thomas Friedlaender und der Kunsthistoriker Marius Winzeler eine spontane Idee in die Tat um, diese stattdessen für Konzerte zu öffnen. Schließlich verfügt das Palais über mehrere Säle, die sich bestens für Kammermusik eignen würden, was bei Dresdens chronischem Mangel an solchen Örtlichkeiten sicher eine dankbarere und dem Baudenkmal besser entsprechende Nutzung wäre. Unterstützung fand man bei den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten, und so startete im September des Jahres 2000 die Reihe OFFENES PALAIS.

Plötzlich war der frühbarocke Bau, den man zuvor nur von außen bestaunen durfte, regelmäßig zugänglich, was das Publikum mit einem Ansturm quittierte. Dass es bei den ersten vier Konzerten auf Wunsch der Schlösserverwaltung nicht bleiben sollte, erwies sich für die Initiatoren zunächst als Überraschung, dann als Herausforderung, denn an eine längere Reihe hatten sie gar nicht gedacht. Schließlich fanden sie den Rhythmus, einmal monatlich jeweils am zweiten Dienstag ein Programm vorzustellen, und koppelten „Alte Musik“ – das spezielle Fach von Zinkenist und Trompeter Friedlaender – mit kunsthistorischen Vorträgen.

Nach und nach erweiterte man das musikalische Spektrum: Romantik, Moderne, Jazz, Improvisation kamen dazu,  …“ (Swantje Richter in den Dresdner Neueste Nachrichten)

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten – Veranstalter ab Oktober 2000 bis Juni 2002

Nach den vier Auftaktveranstaltungen in Kooperation mit dem Schloßbetrieb fragte der damalige Geschäftsstellenleiter Uwe Michel und seine Mitarbeiterin Georgia Zwanzig nach Möglichkeiten, wie die Reihe ab Oktober 2000 wöchentlich (!) fortgeführt werden könnte, woraufhin wir uns einigten, eine Veranstaltung pro Monat zu realisieren. Mit Engagement und großartigem Einsatz etablierte der Schloßbetrieb daraufhin unter unserer künstlerischen Leitung die Kontiunität der Veranstaltungen.

Neuer Träger ab 2002

Neuer Veranstalter seit August 2002 wurde dankenswerterweise der Förderverein Palais Großer Garten e.V., in dessen Profil das Projekt perfekt passte, weil es vorbildlich das zweite Satzungsziel erfüllte: „… Verfolgung künstlerischer und kultureller Zwecke“. OFFENES PALAIS – MUSIK UND KUNST IM GROSSEN GARTEN wurde für den Erfolg des Fördervereins überwiegend von freischaffenden Mitwirkenden für geringe Aufwandsentschädigungen bestritten, die fortan zwei Veranstaltungen pro Tag schulterten. Der Verein wirkte zugleich jahrelang als wahrer „Förder“-Verein mit Herzblut und beeindruckendem Engagement sowie Eigenmitteln in Höhe von ca. 10-20% des Gesamtbudgets. Unser jährlicher Beitrag war die Erarbeitung des künstlerischen Konzeptes, deren logistische Umsetzung und die Einwerbung und Abrechnung von Fördergeldern, Spenden, Sponsor- und Kooperationsleistungen in Höhe von ca. 130.000 Euro bis zum Jahr 2019, wofür wir alle unsere beruflichen Fähigkeiten und Kontakte ehrenamtlich einbrachten. OFFENES PALAIS war solide aufgestellt, erfolgreich etabliert und wurde nach Außen auf das Engste – völlig zu Recht – mit dem Förderverein in Verbindung gebracht.

Tiefpunkt Trägerwechsel 2019/2020

Spätestens ab ca. 2015 führte der Erfolg von OFFENES PALAIS zunehmend zu geringschätzenden Äußerungen durch den Vorsitzenden, die auch unsere Kooperationspartner nicht verschonte, während das Haupsatzungsziel, die „denkmalgerechte Wiederherstellung“ der Festsaaletage, aus verschiedenen Gründen auf der Stelle trat. Unsere ehrenamtliche Tätigkeit wurde immer wieder in Zweifel gezogen und so die Atmosphäre Schritt für Schritt vergiftet. Wir versäumten bedauerlicherweise diesen unerfreulichen Vorgängen sogleich entgegenzutreten – wehret den Anfängen!

Der schwelende Generationenkonflikt eskalierte am 28.3.2018 in der laut Protokoll erfolgten Befürwortung von Plänen, die im bisherigen Veranstaltungssaal im Erdgeschoß eine „Gaststätte“ vorsahen und sich sogar für eine denkmalzerstörende Treppe durch die erhaltenen Gewölbe hindurch direkt in den historischen Festsaal aussprachen, was dem Satzungsziel der „denkmalgerechten Wiederherstellung“ diametral entgegenstand und vom Vorstand zurückgezogen werden musste. Nach Ablehnung von Dialogwünschen, Moderationsangeboten und Vermittlungsversuchen kam es zum entgültigen Entzug des nötigen Vertrauens durch mehrfache Infragestellung der Satzungsfähigkeit von OFFENES PALAIS ab Januar 2019. Die unwürdige Intrige und Mobbingkampagne nahm in den folgenden Monaten an Intensität zu und gipfelte in haltlosen Vorwürfen einer angeblichen „Zahlungsunfähigkeit“ und in einer „Expertise“ des Vorstandes am 9.10.2019, in der Gründe erfunden und formuliert wurden, die scheinbar alternativlos gegen die gemeinsame Weiterführung des Projektes sprachen. Die langjährige Zusammenarbeit endete – wie vom Vorstand und seinem damaligen Vorsitzenden Reinhard Decker gewünscht – Ende Dezember 2019: ohne unsere Anhörung, auf Beschluss der bewußt vom Vorstand manipulierten und zugleich aktiv wegsehenden Mitgliederversammlung des Vereins, zu dessen Gründungsmitgliedern wir zählten.

Für die extra für OFFENES PALAIS vom Verein angeschaffte technische Ausrüstung hätten wir fortan eine Nutzungsgebühr an den alten Träger zahlen sollen. Auf der Internetseite teilte er Anfang 2020 wahrheitswidrig mit, man hätte sich „im beiderseitigen Einvernehmen getrennt“. Der alte Vorstand wurde am Ende der Legislaturperiode von der Mitgliederversammlung ohne Aussprache bedingungslos entlastet. Später wurde uns vom neuen Vorstand mit rechtlichen Schritten gedroht, wenn etwas anderes als dessen Narrativ öffentlich verbreitet würde. Anfang März 2022 schließlich drückte der ehemalige Vorsitzende gegenüber einem Mitwirkenden seine Missbilligung über die Durchführung von „OFFENES PALAIS unterwegs“ in Loschwitz aus: er würde künftig etwaige Wiederholungen des Formates in Loschwitz verhindern.

Neustart 2020

Unser Wirken steht für sich. Reinhard Decker hat Zeit gewonnen um zu ergründen, was ihn in seinem Innersten wirklich quält. Angesichts der gesellschafts- und kulturpolitischen Situation sowie trotz komplizierter finanzieller Rahmenbedingungen wird OFFENES PALAIS seit Januar 2020 als weit gefasste weltoffene künstlerische Plattform erfolgreich mit einem neuen Team weitergeführt. Wir sind dankbar im Verein „Erkenne Dich selbst im Fremden e.V.“ einen wertschätzenden, flexiblen neuen Träger und lösungsorientierten Veranstalter auf Augenhöhe gefunden zu haben; offen für Neuerungen, mit Verständnis für komplexe Zusammenhänge, professionellem Urteilsvermögen sowie fundierter Urteilskraft und Empathie.

Pandemie 2020/2021/2022

Wir verzeichneten während der Corona-Pausen bisher 16 abgesagte Veranstaltungstage – aber immerhin 17 Programme realisierten wir trotz der belastenden Pandemie-Einschränkungen: das Programm wurde „auf Sicht“ geplant, immer wieder geändert und flexibel angepasst. Wir wechselten vom südlichen Seitensaal haupsächlich in die größere „Mittelhalle“ und bespielen erstmals seit vielen Jahren sogar zwei Mal den Festsaal im Obergeschoß des Palais. Neu waren gelegentliche Veranstaltungen auch außerhalb des Palais unter dem Namen „OFFENES PALAIS unterwegs„. Jeweils im September 2020 und 2021 spielten wir erstmals auch unter freiem Himmel.

Wie weiter mit OFFENES PALAIS?

Ob wir in Zukunft weiterhin mit vielen kontinuierlichen Veranstaltungen in unseren angestammten Veranstaltungsort, dem Palais Großer Garten, vom Eigentümer, den Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, gewollt sind, werden die nächsten Wochen und Monate offenbaren.

iIm Licht der oben beschriebenen erfolgreichen Zusammenarbeit und der Verdienste von SBG bedauern wir die derzeitige Situation besomders. Die aktuelle Hängepartie ist Teil einer immer weiter voranschreitenden Verrechtlichung, Bürokartisierung und allgemein stattfindenden kulturellen Gentrifizierung: für kleine (aber feine) Kulturprojekte wie OFFENES PALAIS – die „Tante-Emma-Läden“ der Kunstszene, die mit geringem Budget ein individuelles und hochwertiges Programm anbieten – wird es zunehmend schwerer sich zu behaupten.

Alle bisherigen 232 Veranstaltungen sind im ARCHIV dokumentiert.