Historie


Der Beginn war aus der Not geboren

„Als im Jahr 2000 Pläne bekannt wurden, die großen Räume des Palais im Großen Garten für Museumszwecke zu zerteilen, setzten der Musiker Thomas Friedlaender und der Kunsthistoriker Marius Winzeler eine spontane Idee in die Tat um, diese stattdessen für Konzerte zu öffnen. Schließlich verfügt das Palais über mehrere Säle, die sich bestens für Kammermusik eignen würden, was bei Dresdens chronischem Mangel an solchen Örtlichkeiten sicher eine dankbarere und dem Baudenkmal besser entsprechende Nutzung wäre. Unterstützung fand man bei den Staatlichen Schlössern und Gärten, und so startete im September des Jahres 2000 die Reihe OFFENES PALAIS.

Plötzlich war der frühbarocke Bau, den man zuvor nur von außen bestaunen durfte, regelmäßig zugänglich, was das Publikum mit einem Ansturm quittierte. Dass es bei den ersten vier Konzerten auf Wunsch der Schlösserverwaltung nicht bleiben sollte, erwies sich für die Initiatoren zunächst als Überraschung, dann als Herausforderung, denn an eine längere Reihe hatten sie gar nicht gedacht. Schließlich fanden sie den Rhythmus, einmal monatlich jeweils am zweiten Dienstag ein Programm vorzustellen, und koppelten „Alte Musik“ – das spezielle Fach von Zinkenist und Trompeter Friedlaender – mit kunsthistorischen Vorträgen.

Nach und nach erweiterte man das musikalische Spektrum: Romantik, Moderne, Jazz, Improvisation kamen dazu, und der mittlerweile gegründete Förderverein Palais Großer Garten e.V. übernahm 2003 die Rolle des Veranstalters.  …“ Zeitungsausschnitt, Dresdner Neueste Nachrichten

Information zum Trägerwechsel 2019

Die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Förderverein Palais Großer Garten e.V. und uns als Gründer und künstlerisch-logistische Leiter der Veranstaltungsreihe OFFENES PALAIS endete Ende Dezember 2019 nicht (wie vom Förderverein behauptet wurde) „im gegenseitigen Einvernehmen“, sondern auf Beschluss der Mitgliederversammlung. Dieser Beschluss war der größtmögliche Ausdruck der Geringschätzung und des Misstrauens in unsere ehrenamtliche Arbeit.

Ein schon lange schwelender Generationenkonflikt mit dem Vorstand war am Ende vor allem geprägt von grundlegend unterschiedlicher Wahrnehmung der Realität, von verschiedenen Vorstellungen über gelingende Kommunikation und vereinsdemokratische sowie denkmalpflegerische Standards.

Unsere berechtigte Kritik an einer „Gaststätte“ in den Veranstaltungsräumen und unsere begründeten und sachbezogenen Einwände gegen denkmalzerstörende Treppenpläne durch die historische Bausubstanz (siehe NUTZUNGSDISKUSSION) wurde vom Vorstand 2018 mit Ausgrenzung und Ignoranz beantwortet. Als Retourkutsche wurde ab Herbst 2018 eine destruktive Intrige gegen das Projekt OFFENES PALAIS initiiert. Niemals zuvor war OFFENES PALAIS in seinem Bestand stärker bedroht als in den den folgenden Monaten bis Ende 2019.

Die Ablehnung aller unser Dialogangebote, Gesprächswünsche, Konfliktmoderationen und Vermittlungsversuche im Herbst/Winter 2018/19 führten zur endgültigen Zerstörung des Vertrauens und einer belastbaren Arbeitsgrundlage. Der Vorstand suchte und fand anschließend formale Gründe um auf Basis bewußt eindimensionaler Statistik und verzerrter Zahlen in würdeloser Weise die Satzungsfähigkeit von OFFENES PALAIS mehrfach grundsätzlich in Frage zu stellen. Die vom damaligen Vorstand und Beirat (Reinhard Decker – Vorsitzender; Dr. Eberhard Burger – Bausachverständiger, stellvertretender Vorsitzender; Ernst-Heinrich Klöden – Schatzmeister; Prof. Dr. Ursula Krämer – Mitgliederangelegenheiten; Gisela Rudat – Schriftführerin; Christine Richter – Veranstaltungsorganisation; Ute Arloth – Ausstellungen, AG Denkmalpflegerische Wiederherstellung und Bau/ Beirat: Gisela Bruseberg – Organisation, Führungen; Prof. Dr. Barbara Hauptenbuchner – Öffentlichkeitsarbeit und Gunter Liskowsky – Buchungen) durchgezogene Mobbingkampagne ab Januar 2019 war geprägt von Ignoranz, gezielter Desinformation, wiederholter Intransparenz und gewollter Ungleichbehandlung. Die in den schriftlichen Unterlagen fixierten Fakten weisen dies Punkt für Punkt nach. In Unkenntnis wesentlicher Tatsachen, differenzierter Zusammenhänge sowie grundlegender Abläufe der Organisation von OFFENES PALAIS entschied die Mitgliederversammlung am 9.11.2019 bedauerlicherweise das Ende der Zusammenarbeit. Die kritiklose 99%-ige Entlastung des Vorstandes ohne vorherige Aussprache am Ende der Legislaturperiode (31.10.2020) war ebenfalls Ausdruck der Missachtung von demokratischen Standarts.

Die Tatsache, dass wir über fast 20 Jahre hinweg eine qualitätsvolle internationale Veranstaltungsreihe kontinuierlich und erfolgreich durchgeführt haben, spricht für sich. Angesichts der gesellschafts- und kulturpolitischen Situation und trotz komplizierter finanzieller Rahmenbedingungen wird die Veranstaltungsreihe OFFENES PALAIS – MUSIK UND KUNST IM GROSSEN GARTEN seit Januar 2020 als weit gefasste weltoffene künstlerische Plattform für Verständigung, Kulturtransfer, Dialog, Genuss und Lebensfreude mit einem neuen Team weitergeführt. Wir sind dankbar im Verein „Erkenne Dich selbst im Fremden e.V.“ einen neuen Träger und flexiblen Veranstalter gefunden zu haben, der sich uns kurzfristig von sich aus anbot.

Unsere gemeinsame Vision ist es, nicht nur das Profil und das erreichte Niveau der international aufgestellten Reihe zu halten, sondern sie auch weiter zu entwickeln. Wir würden uns freuen, wenn das Publikum uns auf diesem Weg begleitet und zugleich bereit ist mit uns gemeinsam neue Besucherkreise zu gewinnen, damit in den stimmungsvollen Räumen des Palais Großer Garten – und gelegentlich darüber hinaus – weiterhin unsere Veranstaltungen für ein neugieriges und aufmerksames Publikum präsentiert werden können. Wir bitten das Publikum und alle bisherigen Partner um Vertrauen, Wertschätzung, Flexibilität, Solidarität und um Verständnis.

Rückblick und Bilanz, Dezember 2019 

Am 8. Oktober 2019 startete nach einer ungewohnt langen Denk-Pause »Offenes Palais« in die 20. Staffel seit Beginn im Jahr 2000.In einem gleichermaßen herausragenden wie ausdrucksstarken Ambiente führten unsere bisherigen 210 Programme den enormen Reichtum der Überlieferung der europäischen und außereuropäischen Musikkultur vor. Der Zuspruch der letzten Jahre hatte die Organisatoren bewogen, den Bogen inhaltlich und zeitlich sehr weit zu spannen und das eingeschlagene weltoffene Profil weiter zu entwickeln. Im Zentrum stand wie immer hauptsächlich Alte Musik ab dem Mittelalter bis zur Romantik, die kleine Form, Kammermusik überhaupt – in innovativer Zusammenstellung, spartenübergreifend und oft oft mit traditioneller Musik kombiniert, mit vielfältigen Blicken in die Welt, bis hin zu zeitgenössischer Musik und gelegentlichen Lesungen, Tanz, Puppenspiel sowie Kunstbetrachtungen, die ebenfalls ein breites Spektrum abdeckten.

Trotz unseres vergleichsweise kleinen Budgets konnten wir Künstler engagieren, die normalerweise in anderen Konstellation auftreten (Ibrahim Keivo z.B. singt sonst als Solist bei den Konzerten von Jordi Savall, Dorothee Mields gehört weltweit zu den gefragtesten Solistinnen usw.), aber unser Konzept, die persönliche Atmosphäre und den besonders stimmungsvollen Rahmen schätzen. Erfreuliche und außerordentlich dankenswerte Kooperationen ermöglichten immer wieder besonders intime Veranstaltungen unter Nutzung der vielfältigen Möglichkeiten in den Räumen im Erdgeschoss des Palais Großer Garten. 

Seit Beginn der Veranstaltungsreihe wurden durch uns bis Ende 2019 für die Durchführung von »Offenes Palais« ca. 120.000,- Euro durch Benefizkonzerte sowie direkte und indirekte Fördermittel, Spenden, Stiftungsgelder, Sponsoringleistungen, Sachwerte sowie Kooperationsleistungen ehrenamtlich erarbeitet, ordnungsgemäß verwendet und ausnahmslos korrekt abgerechnet.

Wir leisteten als Gründungsmitglieder damit gemeinsam mit allen Mitwirkenden (die für geringe Aufwandsentschädigungen auftraten) satzungsgemäß unseren ehrenamtlichen Beitrag für den öffentlichen Erfolg und die Satzungsziele des Förderverein Palais Großer Garten e.V.

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