Historie

Beginn

„Als im Jahr 2000 Pläne bekannt wurden, die großen Räume des Palais im Großen Garten für Museumszwecke zu zerteilen, setzten der Musiker Thomas Friedlaender und der Kunsthistoriker Marius Winzeler eine spontane Idee in die Tat um, diese stattdessen für Konzerte zu öffnen. Schließlich verfügt das Palais über mehrere Säle, die sich bestens für Kammermusik eignen würden, was bei Dresdens chronischem Mangel an solchen Örtlichkeiten sicher eine dankbarere und dem Baudenkmal besser entsprechende Nutzung wäre. Unterstützung fand man bei den Staatlichen Schlössern und Gärten, und so startete im September des Jahres 2000 die Reihe OFFENES PALAIS.

Plötzlich war der frühbarocke Bau, den man zuvor nur von außen bestaunen durfte, regelmäßig zugänglich, was das Publikum mit einem Ansturm quittierte. Dass es bei den ersten vier Konzerten auf Wunsch der Schlösserverwaltung nicht bleiben sollte, erwies sich für die Initiatoren zunächst als Überraschung, dann als Herausforderung, denn an eine längere Reihe hatten sie gar nicht gedacht. Schließlich fanden sie den Rhythmus, einmal monatlich jeweils am zweiten Dienstag ein Programm vorzustellen, und koppelten „Alte Musik“ – das spezielle Fach von Zinkenist und Trompeter Friedlaender – mit kunsthistorischen Vorträgen.

Nach und nach erweiterte man das musikalische Spektrum: Romantik, Moderne, Jazz, Improvisation kamen dazu,  …“ Swantje Richter in den Dresdner Neueste Nachrichten

Profil

Im gleichermaßen herausragenden wie ausdrucksstarken Ambiente des frühbarocken Palais Großer Garten führen unsere Programme seit über 20 Jahren den enormen Reichtum der Überlieferung der europäischen und außereuropäischen Musikkultur vor. In einem abwechslungsreichen und kontinuierlichen Reigen wurden und werden Höhepunkte des musikalischen Schaffens aus mehreren Jahrhunderten vorgestellt. Im Zentrum steht hauptsächlich Musik ab dem Mittelalter bis zur klassischen Moderne; die kleine Form, Kammermusik überhaupt – in innovativer Zusammenstellung, spartenübergreifend kombiniert, mit vielfältigen Blicken in die Welt, bis hin zu zeitgenössischen Klängen und gelegentlichen Lesungen, Tanz, Ausstellungen sowie Kunstbetrachtungen. Das bisherige Programm ist komplett aufgelistet unter ARCHIV.

Trägerwechsel 2019

OFFENES PALAIS war, Stand 2018, eine erfolgreich etablierte und finanziell solide aufgestellte Veranstaltungsreihe. Sie wurde für den Erfolg des Fördervereins überwiegend von freischaffend tätigen Mitwirkende bestritten, die für geringe Aufwandsentschädigungen auftraten. Der Förderverein agierte jahrelang mit großem Einsatz als wahrer Förderverein und steuerte satzungsgemäß aus den verläßlich kalkulierbaren Mitgliedsbeiträgen ca. 10 bis max. 15% des Budgets bei, bestritt aufopferungsvoll die Veranstaltungsbetreuung sowie die Buchhaltung. Künstlerisch-inhaltlichen Konzepte. Organisation und Logistik vor Ort, die umfangreichen Kooperationen sowie die aufwändige jährlich neue Einwerbung und Abrechnung von Fördergeldern und Spenden in Höhe von ca. 25% – max. 40% des Budgets lagen in unseren Händen. Das Projekt war, nach den Worten des Vorsitzenden, das „Flaggschiff der Veranstaltungstätigkeit“ und „die Säule des Vereins“ und sorgte für die erfolgreiche öffentliche Wahrnehmung des Vereins.

Aber die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Förderverein Palais Großer Garten e.V. und uns als Gründer und künstlerisch-logistische Leiter der Reihe endete ohne unsere Anhörung Ende Dezember 2019 auf Beschluss der Mitgliederversammlung als maximal möglicher Ausdruck der Geringschätzung in unser ehrenamtliches Engagement.

Sie können hier den Text überspringen und unten bei „NEUSTART 2020“ weiterlesen und wir könnten es bei der simplen Nennung des Tatbestandes belassen. Aber angesichts von jüngst erfolgten Einschüchterungsversuchen in Form juristischer Schritte ist es notwendig das Wirken des Vorstandes des Förderverein Palais Großer Garten e.V. gegen OFFENES PALAIS seit 2017/18 in Zeiten der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft und angesichts der Bedrohung der Existenz der freischaffenden Kultur-Szene zu beleuchten und zumindest in Teilen zu dokumentieren. Es ist dies ein notwendiger Beitrag um künftig Ignoranz, Ausgrenzung, Mobbing, Desinformation und Missachtung demokratischer Grundstandards zu erschweren: jederzeit kann eine neue irrationale und unreflektierte Mobbingkampagne gegen andere Vereinsmitglieder losgetreten werden.

DIE INTRIGE DES VORSTANDES GEGEN OFFENES PALAIS

Ein bereits lange schwelender Generationenkonflikt – manche sagen: angetrieben von der ichbezogenen und narzistischen Persönlichkeitsstruktur des Vorsitzenden – nahm im Frühling 2018 an Fahrt auf, nachdem wir die Ergebnisse eines am 28.3.2018 vom Vorstand organisierten Kolloquiums zu einem Nutzungskonzept kritisierten. Noch im November 2017 wurde unsere Kritik vom Vorsitzenden als „völlig berechtigt“ bewertet. Der Vorstand hatte dann am 28.3.2018 schließlich doch eine doppelläufige Treppe mitten durch die erhaltene historische Bausubstanz, den mit Stuck verzierten Gewölben der Mittelhalle, hinein in den Festsaal, befürwortet. Es wäre ein Zerstörungswerk gewesen; klar satzungswidrig und fragwürdig in der Art des Zustandekommens. Mehr noch: OFFENES PALAIS sollte einer „Gaststätte“ auf der sonnigen Südseite im Erdgeschoß des Palais weichen, was der Vorstand am 16.4.2018 noch einmal bekräftigte indem weiterhin der Vorschlag des Architekten Dr. Pfau zur „Einrichtung eines Cafès im Erdgeschoß des Palais … grundsätzlich befürwortet…“ wurde – obwohl klar war und ist, dass der unheizbare nördliche Langsaal im EG als Konzertsaal keine Alternative sein kann (siehe NUTZUNGSDISKUSSION).

Die Polarisierung durch Vorstand und Beirat (Reinhard Decker; Dr. Eberhard Burger, Ernst-Heinrich Klöden, Prof. Dr. Ursula Krämer, Gisela Rudat, Christine Richter, Ute Arloth, Gisela Bruseberg, Prof. Dr. Barbara Hauptenbuchner und Gunter Liskowsky) ging weiter: am 16.4.2018 durch Verweigerung einer Preisanpassung (seit Beginn im Jahr 2000 wäre es erst die zweite Anpassung gewesen), was angesichts der real gestiegenen Kosten einer Budgetkürzung gleichkam. Nach Ablehnung mehrerer Dialogwünsche, Moderationsangebote und Vermittlungsversuche (Ziel wäre es gewesen einen Perspektivwechsel einzuüben um das Urteilsvermögen zu steigen und den Konflikt auf eine lösungsorientierte Sachebene zu heben) wurden am 15. Januar 2019 vom Vorsitzenden Diskreditierungen formuliert, ohne unsere Mitwirkung eine „Finanzkommission“ gegründet, welche formale Gründe suchte und eindimensionale Statistiken erdachte, um einen Kostenplanpopanz aufzubauen wodurch die Satzungsfähigkeit von OFFENES PALAIS in Frage gestellt und ultimativ einen Trägerwechsel angedroht wurde.

Eine belastbare Arbeitsgrundlage, das notwendige Vertrauen, war spätestens dadurch zerstört. Wir wollten deshalb den angedrohten Trägerwechsel rückwirkend zum 1.1.2019 annehmen, was ein schnelles Ende des zermürbenden Streits bedeutet hätte – allein der Vorstand wollte dies nun nicht mehr, weshalb wir uns auf einen Burgfrieden einigen mussten und das Projekt zu retten. Ein neu gewählter Vorstand sollte im Herbst 2019 dem Verein und OFFENES PALAIS zu einem gemeinsamen Neustart verhelfen. Aber auch dies verhinderte der alte Vorstand mit der Wiederholung seiner Position im Mai 2019: auf Grundlage veralteter Statistik wurde erneut die Satzungsfähigkeit von OFFENES PALAIS hinterfragt und ein erneuter Trägerwechsel ins Spiel gebracht. Am 15. August 2019 wurde ohne Grundlage behauptet, das Projekt sei „insolvent“ und „Zahlungsunfähig“- flankiert von bedenklichen nächtlichen Mails des Vorsitzenden, die hier besser nicht wiedergegeben werden. Schließlich verfasste der Vorstand eine zutiefst würdelose „Expertise“ die dem gesamten Verein am 9.10.2019 vorgelegt wurde die einen „Trägerwechsel“ (also den Rausschmiss) als alternativlos darstellte. Aus an uns versendete E-Mails hatten wir am 24.2.2019 zur Kenntnis nehmen müssen wie Vorstand und Beirat die Perspektive für OFFENES PALAIS nach einem Trägerwechsel einschätzten: „… wobei wir alle wissen, dass damit spätestens im nächsten Jahr das Offene Palais Geschichte ist. Denn ohne unsere … Förderung und die buchhalterische bzw. logistische Arbeit unabhängig der Veranstaltungslogistik ist eine Weiterführung nicht möglich“.

Zur letzten gemeinsamen Veranstaltung im Dezember 2019 kam es dann durch einige emotionale Herren der Veranstaltungsgruppe – sogar in Anwesenheit von Teilen des Publikums – zu Rempeleien und anderen toxischen Übergrifflichkeiten gegen den künstlerischen Leiter. Nach der Ausbootung im November 2019 wollte der alte Träger für die extra für OFFENES PALAIS vom Verein seinerzeit angeschafften Scheinwerfer und Notenständer für künftige Nutzungen ab 2020 eine Nutzungsgebühr in Rechnung stellen, kommunizierte zugleich monatelang auf seiner Internetseite, man hätte sich angeblich „einvernehmlich“ getrennt und führe die Reihe „gemeinsam“ weiter. Im Jahresbrief an die Mitglieder schlug der damalige Vorsitzende vor sich für den Titel „Verein des Jahres 2019“ zu bewerben.

Der vom alten Vorstand geprägte Verein verweigert mit seinem kommunikativen Machtmonopol die Aufarbeitung von Teilen seiner Geschichte und der Intrige gegen OFFENES PALAIS. Am 31.10.2020, dem Ende des Legislaturperiode, stimmten 99% der anwesenden Mitglieder zur Mitgliederversammlung für die bedingungslose Entlastung des Vorstandes und Annahme des Rechenschaftsberichts ohne vorherige Aussprache, in dem die skandalösen Vorgänge um OFFENES PALAIS und um das denkmalpflegerisch hoch problematische Kolloquium vom 28.3.2018 mit keinem Wort erwähnt wurden. Der neue Vorsitzende, Schauspieler Johannes Gärtner, drohte am 30.11.2020: „Es ist mein intensives Bestreben, zur Lösung dieses Konfliktes keine rechtlichen Schritte gehen zu müssen!“ und verlangte ultimativ die Löschung von Informationen auf diesen Internetseiten.

Jede Beziehung hat dunkle Seiten, die noch toxischer werden, wenn ein Teil darauf besteht, dass sie gar nicht bestehen.

Ein letzter Blick zurück: Seit Beginn der Veranstaltungsreihe wurden durch uns für den Erfolg des Fördervereins bis Ende 2019 für die Durchführung ca. 120.000,- Euro durch Benefizkonzerte sowie direkte und indirekte Fördermittel, Spenden, Stiftungsgelder, Sponsoringleistungen, Sachwerte sowie Kooperationsleistungen jedes Jahr immer wieder neu erarbeitet. Dafür haben wir unsere gesamten beruflichen Fähigkeiten und Kontakte ehrenamtlich eingebracht. Wir waren maßgeblich verantwortlich für die Einwerbung einer Spende in Höhe von 10.000 Euro, mit der der Verein sein „Venusfest“ im Herbst 2019 finanzierte. Insgesamt leisteten wir damit gemeinsam mit allen Mitwirkenden unseren ehrenamtlichen Beitrag für die kulturelle Nutzung des Palais im Großen Garten, wie es auch dem Satzungsziel des Vereins entsprach, zu dessen Gründungsmitgliedern wir zählten.

Neustart 2020

Angesichts der gesellschafts- und kulturpolitischen Situation und trotz komplizierter finanzieller Rahmenbedingungen wird die Reihe seit Januar 2020 als weit gefasste weltoffene künstlerische Plattform mit einem neuen Team weitergeführt. Wir konnten beachtenswerte neun Veranstaltungstage durchführen und sind dankbar im Verein „Erkenne Dich selbst im Fremden e.V.“ einen wertschätzende flexiblen neuen Träger und lösungsorientierten Veranstalter gefunden zu haben (der es z.B. nicht zur Bedingung der Trägerschaft machte dass der Name des/der Vorsitzenden auf den Drucksachen genannt wird).

Unsere gemeinsame Vision ist es das Profil und das erreichte Niveau der Reihe weiterzuentwickeln und freuen uns, dass das Publikum uns auf diesem Weg begleitet und zugleich bereit ist mit uns gemeinsam neue Besucherkreise zu gewinnen, damit in den stimmungsvollen Räumen des Palais Großer Garten – und gelegentlich darüber hinaus – weiterhin unsere Veranstaltungen für ein neugieriges und aufmerksames Publikum präsentiert werden können.

 

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